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Beitrag: Neuer Browser: Google Chrome
von Michael Aringer.
Seit heute kann man Google Chrome, wie der neue Browser sich nennt, als Testversion herunterladen. Das Medienecho ist riesig, vor allem weil das Projekt zuvor eher verschwiegen behandelt wurde. Obwohl das Programm erst eine Testversion ist, glänzt er bereits jetzt mit zahlreichen überraschend einfachen, aber dennoch nie gesehenen Funktionen. Dennoch - Google ist Datenschützern bereits seit Langem ein Dorn im Auge. Da Google nun dem Surfer nicht nur über die Schulter sehen, sondern nun auch Daten von der "anderen Seite des Internet", nämlich beim Anwender direkt sammeln kann, ist sicherlich bedenklich.
Die Vorteile
- Chrome nutzt bedeutend weniger Arbeitsspeicher als Browser wie Mozilla Firefox 3 oder der Windows Internet Explorer 8 Beta.
- Der Browser ist aber nicht nur sparsam, sondern auch bedeutend schneller und lässt die Konkurrenz damit schnell hinter sich. Sowohl der Programmstart, als auch das laden von Seiten geht blitzschnell.
- Viele nützliche Features wie automatisch integrierte Rechtschreibkontrolle, Eingabefenster lassen sich in ihrer Größe verändern, Tabs in denen defekte Seiten zuviel Speicher verbrauchen lassen sich gesondert schließen, automatischer Import von Daten anderer Browser, etc.
- Einfache und überaus intuitive Oberfläche mit zurückhaltenden Schaltflächen und viel Platz für die angezeigte Website.
Die Nachteile
- Mozilla Firefox hat sich zu einem äußerst beliebten Browser gemausert, weil es neben der guten Darstellung von Websites auch eine Vielzahl an Erweiterungen für diesen Browser gibt. Google Chrome bietet diese Möglichkeit zur Zeit noch nicht, was sich aber vermutlich noch ändern wird.
- Der Seitenzoom funktioniert nicht für die gesamte Seite, sondern lediglich wie in älteren Browsern für Texte.
- Daten wie Verlauf, Cookies, etc. die sich während des Surfens angesammelt haben, können nicht auf einfache und schnelle Art entfernt werden. Zwar gibt es eine Inkognito-Surf - Möglichkeit, doch eine Möglichkeit, Surfspuren schnell zu vernichten wäre kein Fehler.
- Kinderkrankheiten: Chrome ist noch in der Testphase. Dementsprechend gibt es auch den einen oder anderen Hänger oder Fehler.
- Bedenken wegen des Datenschutzes (siehe Golem.de)
Fazit
Google hat wieder einmal fantastische Arbeit geleistet und präsentiert einen Browser, der eigentlich nichts falsch macht. Neben den Browser-typischen, gewohnten Funktionen gibt es auch einige einfache aber durchaus verblüffend hilfreiche Neuerungen, die man so noch nicht gesehen hat. In seiner Geschwindigkeit ist Chrome weit vorne, das Surfen macht mit diesem Browser wirklich Spaß.
Problematisch wird es vor allem, wenn man weiß, wie viele Informationen die Datenkrake Google bisher schon mit diversen Diensten sammeln konnte. Nun folgt ein weiterer Dienst, der ebenfalls Daten an Google sendet. Bedenklich ist weniger, wie der Browser mit den Userdaten des Browsers umgeht, sondern vielmehr, dass Google nicht alleine diese Daten zur Verfügung stehen, sondern die Kombination unzähliger Datenquellen, die alle miteinander verknüpft sind.
Man fühlt sich bei der Benutzung des Google-Browsers also ein wenig hin- und her gerissen. Einerseits bringt Chrome einige kleine Innovationen, andererseits möchte man Google nicht unbedingt noch mehr Daten in den Rachen werfen. Es wird abzuwarten sein, was die Zukunft bringt…
Kategorie: Nachrichten