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Beitrag: Google, das allsehende Auge: Guter Helfer oder Großer Bruder?
von Michael Aringer.
Nicht nur als Webdesigner und Zuständiger für SEO lebt man in ständigem Kontakt zur Suchmaschine Google. Im Internet führt praktisch kein Weg mehr um die scheinbar äußerst schlichte Internet-Plattform herum. 2004 wurde sogar das Verb "googeln" in den Rechtschreib-Duden als Synonym für die Suche im Internet aufgenommen. Obwohl die erste Testversion von Google erst vor weniger als zehn Jahren erschien, ist für viele das Internet ohne Google kaum noch vorstellbar. Woran das liegt und was hinter der Fassade von Google steckt versuche ich hier im Kurzen zu umreißen.
"Allwissendes" Helferlein
Google hat sich seit seiner Entstehung im Aussehen nur wenig geändert, dennoch ist zur ursprünglichen Suchfunktion Einiges hinzugekommen. Gibt man in das Suchfeld zum Beispiel eine Rechnung wie "5695/67" ein so spuckt Google das Ergebnis "5.695/67=85" aus. Bei der Eingabe des Wortes "Pi" Antwortet Google vor den üblichen Suchergebnissen mit "pi = 3.14159265". Will man eine Einheit in eine andere umgerechnet haben, so braucht man nur Eingaben wie "34 pounds in euro" oder "24 stones in kilo" einzugeben und erhält prompt die Antwort. Die Eingabe von "what is webdesign" bringt ebenso wie die Eingabe von "Fläche von Österreich" ebenfalls eine kurze Erklärung vor den Suchergebnissen.
Diese Liste könnte man noch um ein Vielfaches erweitern. So kennt Google neben Taschenrechner, Rechtschreibung und Wörterbuch noch Zugpläne, Landkarten, den aktuellen Stand von Paketsendungen, Wertpapier-Informationen und vieles mehr.
Suchen und Finden
Neben verblüffenden Sofort-Ergebnissen der Google-Suche ist Google aber immer noch die wohl leistungsfähigste Suchmaschine die im Augenblick existiert. Alleine die Geschwindigkeit verblüfft. Kaum wurde die Suchanfrage abgeschickt, schon liegen tausende gefundene Seiten-Adressen vor. Jede Suche läuft dabei über mehrere hundert Großrechner weltweit und das mit zumeist recht brauchbaren Ergebnissen.
Um die Suchergebnisse zu verstehen sollte man sich zuerst klar werden, wie Websites in den Google-Index aufgenommen werden. Dazu senden die Google Server Programme, die sogenannten Robots aus. Diese Programme "surfen" durchs Internet und folgen stur den Links der Webseiten. Jede Webseite die sie so durchqueren speichern sie ab und indizieren deren Inhalte auf den Google-Servern. Das geschieht mittlerweile unter Umständen derart schnell, dass eine neue Webseite in weniger als einer Stunde von Google gefunden werden kann.
Nicht immer ist es einfach, die eigenen Webseiten in Google gut auffindbar zu machen. Die Methoden der Suchmaschinen-Optimierung sind daher umfangreich und vielzählig. Trotzdem können sich selbst Spezialisten nie zu 100% sicher sein, wie Google tatsächlich arbeitet, da dies das wohl best gehütete Firmengeheimnis des Unternehmens darstellt. Nur durch diese Geheimhaltung und durch die ständige Änderung der Suchalgorithmen gewährleistet Google eine gewisse Sicherheit vor Manipulation der Suchergebnisse.
Seit einiger Zeit bietet Google nun eine immer besser werdende Buch-Suche. Hierbei werden von Google Scans von tausenden Büchern bereitgestellt, deren Text durchsucht werden kann. Das Ergebnis scheint ebenfalls in den Google-Suchergebnissen auf.
Tausendsassa Google
Neben der Websuche bietet Google inzwischen noch zahlreiche weitere Funktionen und Online-Anwendungen. Vom RSS-Reader über ein Online-Office-Paket (Textverarbeitung, Tabellenverarbeitung, Präsentationen) bis hin zu Mail- und Weblog-Dienst bietet Google den Nutzern viel Nützliches. Web-Publishern stellt Google zudem eine kostenlose Analyse der eigenen Website zur Verfügung.
Gefährliche Wissensansammlung
Google ist inzwischen zu einem wahren Ungetüm herangewachsen und damit meine ich nicht alleine die Größe des Konzerns und dessen Reichtum. Das gesammelte Wissen auf den Google-Servern und dessen Verknüpfung ist schlichtweg erschütternd umfassend und aktuell. Der Konzern weiß dabei mehr, als der einfache Google-Nutzer, denn intern werden weit mehr Daten gesammelt, als man ahnen würde. Jeder Google-Nutzer wird mit seiner IP-Adresse und unzähligen weiteren Informationen erfasst. Da Google jedoch auch einen kostenlosen Besucher-Statistik-Dienst für Webseiten anbietet können die Besucher auch auf anderen Seiten weiter verfolgt und deren Daten statistisch ausgewertet werden.
Beunruhigend sind gesammelte Daten bereits bei anderen Konzernen, jedoch sträuben sich jedem Datenschützer beim Gedanken an die bei Google gespeicherten und untereinander verknüpften Daten die Haare. Der Wahlspruch von Google lautet zwar seit jeher "Tu' nichts Böses", doch wer kann schon sagen, ob man sich an diesen Leitsatz intern auch hält?
Abhängigkeit und Existenzgrundlage
Google darf dennoch weitersammeln, denn zugegebenermaßen wurde der Punkt erreicht an dem die Großzahl der Seitenbetreiber von der Monopol-Suchmaschine abhängig sind. Wer in Google nicht oder nicht gut gelistet wird existiert praktisch nicht im Internet. Konkurrenz besteht zwar, doch da diese an die Leistungsfähigkeit des Marktführers bei Weitem nicht heranreicht ist Google alleine auf weiter Flur.
Ich hoffe weiterhin auf das Auftauchen eines leistungsfähigen Konkurrenten zu Google, doch bis zu dessen Auftauchen sehe auch ich mich gezwungen, einen großen Teil meiner Zeit dieser Suchmaschine zu widmen. Bis jetzt ist Google nach außen hin seinem Grundsatz "don't be evil" großteils treu geblieben und so kann man bei der Benutzung der qualitativ durchwegs hochwertigen Google-Anwendungen und Funktionen ein mehr oder weniger gutes Gewissen haben. Ein fahler Beigeschmack bleibt dennoch.
Kategorie: Computer & IT