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Beitrag vom Jänner, den 20. aus dem Jahr 2008.

Beitrag: Gender und Barrierefreieheit

von Michael Aringer.

In den letzten Jahren wurde die Gleichstellung von Frau und Mann nicht nur verstärkt zum Thema, sondern theoretisch auch gesetzlich verpflichtend. Die Diskussionen zu diesem Thema wollen nicht enden und das letzte Wort zu diesem Thema wurde noch nicht gesprochen. Interessant wird das Thema zudem auch in Beziehung auf Barrierefreiheit im Internet.

Gesetzestext mit der verpflichtenden Gleichstellung von Männern und Frauen durch Schrägstriche getrennt.
Bild: Auszug aus der Hausordnung der österreichischen Parlamentsgebäude

Das Wort Gender wurde aus dem Englischen entrissen um im deutschsprachigen Raum die politisch korrekte Unterscheidung (und Gleichstellung) von Frau und Mann hervorzuheben. Einerseits mit Wortkreationen wie Politiker und Politikerin als auch mit einem Binnen-I wie zum Beispiel PolitikerInnen.

Pro und Kontra

Es ist sicherlich gut, wenn Wörter wie Politikerin, Polizistin, Webdesignerin und weitere Einzug ins Wörterbuch halten. Übertrieben finde ich es jedoch, wenn man über eine Personengruppe wie zum Beispiel mehrere Webdesigner schreiben will. Wenn auf einmal von (A) den WebdesignerInnen, (B) den Webdesignern und Webdesignerinnen oder (C) von dem/der Webdesigner/Webdesignerin die Rede ist wird das Lesen schon recht schwer.

Ohnehin war bisher doch immer klar, dass mit den Webdesignern nicht nur Männer gemeint sein können. Erst mit der Hervorhebung des Unterschieds zwischen männlicher und weiblicher Form wird meines Erachtens erst hervorgehoben, dass Männer und Frauen scheinbar doch nicht gleich wären. Darüber wird freilich heftig diskutiert und es ist eine Meinung unter vielen.

Barrierefrei?

Nun ist für uns Webdesigner das Thema der Barrierearmut wichtig. Blinde Menschen müssen sich Internetseiten mit Hilfe sogenannter Screenreader vorlesen lassen. Diese Programme können nicht auf jede Sprachliche Besonderheit ideal eingehen und daher ist es wichtig, dass Texte so verfasst werden, dass derlei Programme damit umgehen können.

Wie es aussieht haben Vorleseprogramme vor allem Probleme mit der Langen Ausführung C. Methode A und B hingegen stellen keine Schwierigkeit da. Besonders interessant ist hierbei Methode A, denn das Binnen-I scheint keine besonders ideale Methode zu sein. Scheinbar dürften jedoch die meisten Programme diese Besonderheit durchaus erkennen und heben während des Vorlesens das I besonders hervor was den Sinn des Wortes wieder deutlich macht.

Fazit

Einen komplett geeigneten Weg gibt es hier nicht und ich bin sehr für die Aufklärung, welche Macht Worte auf unser Unterbewusstsein haben können. Trotzdem bieten sich gerade bei diesem Thema Sinn und Unsinn die Stirn und es wird noch einige Zeit dauern, bis sich ein guter und brauchbarer Weg eingestellt hat. Für die gesetzliche Verpflichtung einer geschlechtsneutralen oder gleichstellenden Schreibweise bin ich jedoch nur begrenzt, da Sprache etwas lebendiges ist, das man durch Gesetze in seiner Entfaltung stark hemmen kann.

Kategorie: Computer & IT
 

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